Montage und Erstinbetriebnahme des Brandschutz-Netzteils ZUP-230V-BM
09/07/2026
Autor: Andrzej Orzeł
Montagestandards in Brandschutzsystemen
Die korrekte Montage und Konfiguration von Geräten, die mit externen Puffer-Netzteilen zusammenarbeiten, sind entscheidend für den ordnungsgemäßen Betrieb und die Zuverlässigkeit von Sicherheitssystemen im Brandfall. Werden bei der Installation Fehler gemacht und die Anlage nicht gemäß den Vorgaben des erstellten Projekts ausgeführt, kann das Netzteil möglicherweise nicht ordnungsgemäß funktionieren und dadurch die ausführenden Geräte nicht über die vorgeschriebene und erforderliche Zeit mit Strom versorgen.
Dieser Artikel beschreibt das Verfahren zur Montage der Netzteile, die Konfiguration der DIP-Schalter und weist auf kritische Fallstricke bei der Installation hin. Ihre Vermeidung ist eine Voraussetzung für den störungsfreien Betrieb des Systems und eine reibungslose technische Abnahme der Anlage durch die Feuerwehr.
Gründe für Netzteilausfälle und Konfigurationsfehler
Bei Arbeiten in Industrieobjekten wie Logistikhallen oder Lagerzentren können bei der Installation der Brandschutzautomatisierung Montagefehler auftreten. Diese Störungen werden häufig erst bei der Inbetriebnahme des Systems oder bei regelmäßigen Inspektionen festgestellt.
Welche Installationsprobleme treten am häufigsten auf?
Problembeschreibung
Ein vertauschter Anschluss der Batteriepole (Verpolung) birgt das Risiko einer dauerhaften und irreversiblen Beschädigung der elektronischen Module des Netzteils.
Problembeschreibung
Ein unzureichendes Anziehen der Batterieanschlüsse führt zu einem erhöhten Übergangswiderstand. Das Messsystem des Netzteils interpretiert diesen Zustand als Beschädigung oder Verschleiß des Akkumulators.
Problembeschreibung
Das Beibehalten der Werkseinstellungen kann nicht auf die Besonderheiten der jeweiligen Installation und die Eigenschaften des angeschlossenen Torantriebs abgestimmt sein.
Problembeschreibung
Eine fehlerhafte Konfiguration der Schnittstellen führt zu Fehlern in der Steuerungslogik und zu einer fehlenden Kommunikation zwischen den zusammenwirkenden Systemkomponenten.
Problembeschreibung
Ein fehlerhafter Anschluss der Versorgungsleitungen entgegen den Kennzeichnungen L (Phase), N (Neutralleiter) und PE (Schutzleiter).
Problembeschreibung
Eine unsachgemäße Führung starrer, feuerbeständiger Brandmeldekabel innerhalb des Netzteilgehäuses kann mechanische Spannungen verursachen und zu Beschädigungen der Anschlüsse auf den Elektronikplatinen führen.
Problembeschreibung
Der Anschluss von Verbrauchern mit zu hoher Leistung oder induktivem Charakter ohne Berücksichtigung des hohen Anlaufstroms der Motoren kann zum Durchbrennen der Ausgangssicherung oder dazu führen, dass der Wechselrichter nicht ordnungsgemäß startet.
Problembeschreibung
Ein fehlender Freiraum von mindestens 10 cm an den Seiten des Geräts behindert die Wärmeabfuhr und kann zur Überhitzung des Netzteils führen.
Wie das ZUP-230V-BM-Netzteil korrekt montiert und angeschlossen wird
- Das Netzteil sollte dauerhaft an der Wand befestigt werden, unter Verwendung von Metall-Montageankern. Die Verwendung von Kunststoff-Spreizdübeln ist bei Brandschutzinstallationen ein Fehler.
- Das Puffer-Netzteil ZUP-230V-BM verfügt über keinen eigenen Netzschalter. Der Installateur ist verpflichtet, einen externen Installationsschalter zu montieren (empfohlener Typ: S301 C16A) und diesen eindeutig zu kennzeichnen.
- Die Auswahl der Leitungen muss gemäß dem Projekt, den Anforderungen für Brandschutzinstallationen sowie den einschlägigen technischen Bauvorschriften erfolgen. In der Praxis werden unter anderem Leitungen/Kabel mit entsprechender Feuerwiderstandsklasse eingesetzt, beispielsweise des Typs HDGs, sofern dies aus dem Projekt hervorgeht.
- Für eine ordnungsgemäße Konvektionskühlung ist an den Seiten des Netzteils ein Freiraum von mindestens 10 cm vorzusehen.
- Die 230-V-AC-Versorgungs-, Eingangs- und Ausgangsleitungen sind an den speziellen, verstärkten Schraubklemmen an der Rückseite des Gehäuses zu befestigen.
- Sämtliche Steuersignale von der Zentrale (Eingänge) sind direkt an die Elektronikplatine anzuschließen. Die Signalausgänge befinden sich auf der Rückseite.
- Auf der Innenseite der Netzteiltür befindet sich ein Etikett mit dem Anschlussplan sowie einer Konfigurationsanleitung für die gängigsten Torsteuerungen.
Wie lassen sich Fehler bei der Montage von Akkumulatoren vermeiden?
Die Akkumulatoren müssen im Schaltschrank platziert und vor dem Einschalten der Netzversorgung an das Netzteil angeschlossen werden. Die Batterien sind in Reihe zu schalten und unter Beachtung der korrekten Polarität an die entsprechenden Klemmen des Netzteils anzuschließen. Entscheidend sind das korrekte Anziehen der Klemmschrauben sowie die Platzierung des Temperaturkompensationssensors direkt zwischen den Akkumulatorblöcken.
Eine unsachgemäße Verbindung der Akkumulatoren gehört zu den häufigsten Ursachen für Ausfälle. Eine Verpolung führt zu einer sofortigen Beschädigung der Elektronik, die nicht von der Herstellergarantie abgedeckt ist.
Um beim Verbinden der Akkumulatoren die richtige Polarität sicherzustellen, ist die folgende Reihenfolge strikt einzuhalten:
Steuereingänge
Die Bezeichnungen CIE, DO und EPO auf der Steuerplatine des Brandschutz-Netzteils ZUP-230V-BM kennzeichnen wichtige Steuereingänge, deren Funktion sich je nach gewähltem Betriebsmodus des Geräts (BMZ oder USV) ändert.
CIE (Control and Indicating Equipment)
Es handelt sich um einen Eingang, der für die Zusammenarbeit mit einer Brandmelderzentrale (BMZ) oder deren Linienmodul vorgesehen ist.
- Funktion: Dient zur Übernahme des Brandalarmsignals. Seine Aktivierung im BMZ-Modus startet den Wechselrichter und löst über den CSO-Ausgang die Öffnung des Zulufttors aus.
- Eigenschaften: Kann als gewöhnlicher binärer Eingang (Kurzschluss/Unterbrechung) oder als überwachte, parametrierte Linie mit 1-kΩ- und 10-kΩ-Widerständen betrieben werden (montiert am Anfang der Leitung auf der Seite der Zentrale).
- Wichtig: Damit das Signal als gültig erkannt und im Speicher des Netzteils „verriegelt“ wird, muss es mindestens 2 Sekunden lang anliegen. Im USV-Modus ist dieser Eingang vollständig inaktiv.
DO (Door Open)
Es handelt sich um einen Steuereingang, der je nach Konfiguration des Netzteils unterschiedliche Funktionen übernimmt.
- Im BMZ-Modus (Brandfall): Dient zum manuellen, lokalen Öffnen des Tors über einen Taster. Funktional arbeitet er wie der CIE-Eingang, ist jedoch nicht parametriert (reagiert ausschließlich auf einen Kurzschluss der Klemmen). Dieser Taster ist als Bestandteil der Brandfallsteuerung zu behandeln und vor unbeabsichtigter Betätigung zu schützen, um eine Entladung der Akkumulatoren im Überwachungszustand zu vermeiden.
- Im USV-Modus: Dient zum ferngesteuerten Ein- und Ausschalten des Wechselrichters durch den Benutzer und ermöglicht die Steuerung, ob während des Batteriebetriebs eine Spannung von 230 V am Ausgang anliegt.
EPO (Emergency Power Off)
Es handelt sich um einen Sicherheitseingang, der zum vollständigen und sofortigen Abschalten des Netzteils dient.
- Funktion: Die Aktivierung des EPO-Signals schaltet den 230-V-Ausgang ab, trennt die Netzversorgungsleitung L und trennt den internen Wechselrichter von den Akkumulatoren. In diesem Zustand bleiben lediglich die Steuerung und die Statusanzeige aktiv.
- Einschränkungen: Der EPO-Schalter darf ausschließlich im USV-Modus verwendet werden. Im BMZ-Modus (Brandfall) ist seine Verwendung nicht zulässig. Das Netzteil muss die kontinuierliche Versorgung der Geräte ohne das Risiko einer unbeabsichtigten Abschaltung gewährleisten.
- Reset: Nach der Verwendung des EPO ist zum erneuten Start des Geräts die Deaktivierung des Signals sowie ein manueller Reset des Netzteils über die RUN-Taste erforderlich. Wenn der Eingang nicht verwendet wird, muss er werkseitig mit einer Steckbrücke geschlossen sein.
Konfiguration der SETTINGS-Schalter
Auf dem Elektronikmodul befindet sich ein Block mit 12 Konfigurationsschaltern (DIP-Schaltern). Die folgende Tabelle zeigt deren Funktionen und Werkseinstellungen:
| Schalternummer | Funktionsbeschreibung | Position OFF | Position ON |
| 1 | Auswahl des Betriebsmodus des Netzteils | Industriemodus USV | Brandfallmodus BMZ – Betriebsmodus für den Einsatz des Netzteils in Brandschutzsystemen |
| 2 | Umschaltverzögerungszeit (T_DLY) | Minimal (ca. 25 ms) | Verlängert auf 2 s (Schutz der Steuerungen vor dem Einfrieren) |
| 3 | Polarität des CIE-Eingangssignals | Low-aktiver Zustand (Kurzschluss / 1 kΩ) | High-aktiver Zustand (Unterbrechung / 10 kΩ) |
| 4 | Konfiguration des CIE-/DO-Eingangs | Im BMZ-Modus: Parametrierung der Linie deaktiviert. Im USV-Modus: DO-Signal – Schaltbetrieb | Im BMZ-Modus: Parametrierung aktiviert (1-kΩ- und 10-kΩ-Widerstände). Im USV-Modus: DO-Signal – statischer Betrieb |
| 5/6 | Auswahl der Akkukapazität | Auswahl der Einstellungen für die Akkukapazität. Detaillierte Informationen finden Sie in der Bedienungsanleitung. | Auswahl der Einstellungen für die Akkukapazität. Detaillierte Informationen finden Sie in der Bedienungsanleitung. |
| 7 | Verzögerung des Brandschutzausgangs (T_CSO) | Verzögerung von 2 s | Verzögerung von 12 s (Zeit für den Selbsttest und den Start der Torsteuerung) |
| 8 | Funktion des CSO-Relaisausgangs | Steuerung der Toröffnung (BMZ) / Niedriger Batteriestand (USV) | Sammelstörmeldung der Netzversorgung |
| 9 / E | Polarität des Sicherheitseingangs EPO | Low-aktiver Zustand durch Kurzschluss der Klemmen | High-aktiver Zustand durch Unterbrechung der Klemmen (Steckbrücke eingesetzt) |
| 10 / H | Aufrechterhaltung der Spannung nach einem Alarm | Abschaltung der Ausgangsspannung nach Ablauf der Zeit TA (9 Min.) nach Ende des Alarms | Ausgangsspannung liegt am Ausgang an (Reset über die RUN-Taste erforderlich) |
| 11 / P | Betriebsart des Brandschutzausgangs CSO | Dauerbetrieb | Zyklischer Betrieb (Impuls 5 s / Pause 5 s) |
| 12 / B | Wiederkehr der AC-Netzversorgung während eines Alarms | Sofortige Umschaltung auf die Netzversorgung (kurzzeitige Unterbrechung am Ausgang) | Betrieb über den Wechselrichter bis zum Ablauf der Zeit TA (unterbrechungsfreie Stromversorgung) |
Hinweis: Eine Änderung der Konfiguration der in der technischen Dokumentation mit eckigen Klammern gekennzeichneten Schiebeschalter erfordert einen vollständigen Neustart des Geräts durch vollständiges Trennen der Netz- und Batterieversorgung.
Auswahl der Netzteilleistung und Anlaufparameter
Das ZUP-230V-BM ist ein einphasiges Gerät zur Versorgung einphasiger Motoren mit Nennleistungen im Bereich von 400 W bis 1500 W.
Bei der Auswahl des Modells sollte man sich nicht ausschließlich an den geometrischen Abmessungen des Tors orientieren, sondern an der Nennleistung und dem Anlaufstrom des Antriebs. Induktionsmotoren nehmen während des Anlaufvorgangs einen Strom auf, der ein Mehrfaches des Nennstroms betragen kann. In der Praxis kann es bei Antrieben mit einer Nennleistung von etwa 300–400 W häufig erforderlich sein, ein leistungsstärkeres Netzteil, beispielsweise mit 700 W, einzusetzen, um ausreichend Reserve für den Anlaufstrom zu gewährleisten. Die endgültige Auswahl sollte anhand der Parameter des jeweiligen Antriebs erfolgen.
Erstinbetriebnahme und Tests vor Ort
- Überprüfen Sie die korrekten Anschlüsse und die Polarität der Akkumulatoren.
- Schalten Sie die Netzversorgung ein – die grüne LED ON sollte dauerhaft leuchten (unabhängig von der aktuell verwendeten Energiequelle).
- Das Netzteil führt einen automatischen Test der LED-Anzeigen durch.
- Der ordnungsgemäße Zustand der Brandüberwachung wird durch kurze, zyklische Blinksignale der CIE-LED angezeigt.
Um den Betrieb des Wechselrichters ohne vorhandene Netzversorgung („Kaltstart“) zu überprüfen, halten Sie die RUN-Taste länger als 2 Sekunden gedrückt. Das Gerät startet den Wechselrichter und liefert 230 V AC am Ausgang direkt aus der in den Akkumulatoren gespeicherten Energie.
Wichtige Hinweise für Installateure
Die folgenden Hinweise ergeben sich aus den häufigsten Fehlern bei der Montage und Inbetriebnahme von Netzteilen und helfen, Probleme bei der Abnahme und im Betrieb des Systems zu vermeiden.
Lokaler Testschalter (orangefarbene Steckbrücke)
Für den Komfort des Installateurs wurde an der Rückwand des Netzteilgehäuses im Bereich des Netzversorgungsanschlusses eine Anschlussklemme mit einem Messerschalter installiert. Sie ermöglicht die lokale Abschaltung der Netzversorgung des Netzteils und erlaubt dadurch die sichere und komfortable Durchführung von Tests und Wartungsarbeiten, ohne die Versorgungsleitungen abklemmen zu müssen.
Überwachung der Eingangsleitung (CIE)
Die Signalleitung von der BMZ wird überwacht. Im Lieferumfang des Netzteils sind Parametrierwiderstände enthalten. Wenn die Brandmelderzentrale diese Leitung nicht überwacht, übernimmt das Netzteil die Überwachung. Dazu müssen die Widerstände am Anfang der Leitung (von der Seite der Zentrale aus betrachtet, also am Steuermodul der BMZ) und nicht an den Klemmen des Netzteils montiert werden.
Konfiguration der EPO- und DO-Eingänge im BMZ-Modus
Im BMZ-Modus wird der EPO-Eingang nicht verwendet und sollte gemäß der Bedienungsanleitung mit einer Steckbrücke überbrückt bleiben. Er darf nicht als Funktion zur Notabschaltung der Stromversorgung angeschlossen werden, da das Netzteil im Brandfallmodus die kontinuierliche Versorgung der ausführenden Geräte gewährleisten soll.
Der DO-Eingang dient zum manuellen, lokalen Öffnen des Tors. Wenn er nicht verwendet wird, sollte er unbeschaltet bleiben; er darf nicht wie der EPO-Eingang behandelt werden.
Konfiguration des CSO-Ausgangs (Impulsbetrieb)
Wenn die Torsteuerung über keinen dedizierten, verriegelnden Brandfalleingang (RWA) verfügt und der CSO-Ausgang des Netzteils an einen standardmäßigen Wandtaster („Aufwärtsfahrt“) angeschlossen wird, muss die Konfiguration der DIP-Schalter auf Impulsbetrieb umgestellt werden. Der Ausgang wiederholt dann automatisch alle paar Sekunden den Öffnungsimpuls. Dadurch erzwingt die Steuerung des Netzteils selbst dann unmittelbar eine erneute Öffnung des Tors, wenn ein Benutzer versucht, das Tor während eines Brandes manuell zu schließen.
Änderung der Zeitparameter
Die Überbrückungszeiten (standardmäßig 9 Minuten) können in anderen Zeitbereichen bestellt werden. Diese Änderung muss jedoch bereits bei der Produktion bei MERAWEX angegeben werden. Der Installateur hat vor Ort keine Möglichkeit, die Dauer dieser Zeitintervalle selbst zu programmieren.
Zusammenfassung
Die Zuverlässigkeit von Brandschutzinstallationen hängt von der konsequenten Einhaltung der Montageverfahren und der Herstellervorgaben ab. Der ordnungsgemäße Betrieb von Geräten, die über externe Netzteile versorgt werden, wird von zahlreichen miteinander verbundenen Faktoren beeinflusst – von der präzisen Auswahl des Puffer-Netzteils über die fachgerechte Ausführung der Verkabelung bis hin zur abschließenden Konfiguration des Systems. Die Missachtung dieser Vorgaben birgt das Risiko von Ausfällen oder einer fehlerhaften Funktion des Systems während der Abnahmeprüfungen vor Ort.
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