Brandschutz-Netzteil ZUP-230V-BM – zertifiziertes Netzteil für Entrauchungsanlagen
03/07/2026
Autor: Andrzej Orzeł
Funktionsprinzip des Netzteils ZUP-230V-BM
In Systemen zur Entrauchung und Rauchableitung übernehmen ausführende Geräte wie Toranlagen für Laderampen oder Garagentore zunehmend eine kritische Funktion als Elemente der Zuluftöffnung. Ihr ordnungsgemäßer Betrieb im Alarmfall ist eine Voraussetzung für die korrekte Funktion der gesamten Anlage. Herkömmliche, kommerzielle USV-Anlagen erfüllen nicht die für Sicherheitssysteme geltenden obligatorischen Normanforderungen und bergen ein hohes Risiko für Ausfälle der Antriebe.
Dieser Artikel erläutert ausführlich die Konstruktion, die Funktionslogik sowie die technischen Vorteile des Puffer-Netzteils ZUP-230V-BM, das speziell für die Versorgung von Geräten mit einer garantierten Versorgungsspannung von 230 V AC entwickelt wurde.
Zertifizierung und Normenkonformität
Das Gerät wurde im Hinblick auf die vollständige Konformität mit den restriktiven rechtlichen Anforderungen für Brandschutzsysteme entwickelt und geprüft. Die Brandschutz-Netzteile der Serie ZUP-230V-BM sind zertifizierte Puffer-Netzteile gemäß den Normen:
EN 54-4 + A1 + A2 (Brandmeldeanlagen – Stromversorgungen)
EN 12101-10 (Rauch- und Wärmefreihaltung – Stromversorgungen)
Dokumente, die das Produkt für den Einsatz auf dem Baumarkt zulassen:
Bescheinigung der Leistungsbeständigkeit CNBOP-PIB Nr. 1438-CPR-0761
Anerkennungsurkunde CNBOP-PIB Nr. 6057/2026
Leistungserklärung DWU-MX-19
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ZUP-230V-BM CNBOP-AP
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ZUP-230V-BM DoP
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ZUP-230V-BM DoC
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Verwendungszweck und Konstruktion des Geräts
Das Brandschutz-Netzteil ZUP-230V-BM ist ein zertifiziertes einphasiges Puffer-Netzteil, das eine Wechselspannung von 230 V AC für Brandschutzeinrichtungen bereitstellt. Die Hauptaufgabe des Geräts besteht darin, eine Reserveversorgung für ausführende Geräte sicherzustellen, die im Brandfall zuverlässig funktionieren müssen, auch nach einem vollständigen Ausfall der Netzversorgung im Gebäude oder nach der Abschaltung der Stromversorgung durch den Brandschutz-Hauptschalter (PWP).
Ein wesentliches Konstruktionselement ist der integrierte Wechselrichter. Dieses Modul wandelt den Gleichstrom aus den internen Akkumulatoren in eine reine Sinusspannung von 230 V AC um. Die Parameter der erzeugten Spannung sind für die Elektronik der Steuerungen sowie für induktive Lasten wie die Motoren von Torantrieben sicher.
Hauptanwendungen:
- Tore und Zuluftöffnungen: Stromversorgung von Antrieben für Laderampentore, Garagentore, Schiebetüren sowie Wandjalousien, die bei natürlichen Entrauchungssystemen als Zuluftöffnungen dienen.
- Entrauchungssysteme: Stromversorgung von Antrieben für Rauchabzugsklappen, natürliche Rauchabzugsklappen und Rauchabzugsfenster, die eine Spannung von 230 V AC benötigen.
- Brandschutzlüftung und Belüftung: Stromversorgung von Automatisierungskomponenten zur Steuerung von Belüftungsventilatoren oder Ventilatoren zur Unterstützung der Entrauchung.
- Notstromversorgung (USV-Betrieb): Das Gerät kann als standardmäßige Notstromversorgung für Industrieanlagen eingesetzt werden. Es ist zu beachten, dass der Betrieb im USV-Modus nicht durch die CNBOP-Zertifizierung abgedeckt ist. Die Verwendung des Geräts in diesem Modus in Brandschutzsystemen erfordert in jedem Fall eine Überprüfung der Konformität mit den örtlich geltenden Vorschriften.
- Puffer-Stromversorgung 24 V DC (optionale Ausstattung): Die Versionen in den größeren Gehäusen M und L können werkseitig mit einem zusätzlichen 24-V-DC-Netzteilmodul ausgestattet werden. Dies ermöglicht die gleichzeitige Stromversorgung von Niederspannungsgeräten wie Torautomatisierung, Steuermodulen oder optischen PWP-Signalgebern.
Entstehungsgeschichte: Vom ingenieurtechnischen Problem zur kundenspezifischen Lösung
Die Konstruktion des Modells ZUP-230V-BM ist das direkte Ergebnis der Analyse von Serviceanfragen und der von Installateuren und Integratoren gemeldeten Anforderungen.
- Marktproblem: Bei der Wartung von Anlagen in Lagerhallen und Logistikzentren stellten Installateure Probleme mit der Ausfallhäufigkeit von Antrieben für Zuluftöffnungen fest. Der weit verbreitete Einsatz gewöhnlicher USV-Anlagen erzeugte eine sogenannte modifizierte Sinusspannung (Trapezspannung). Dies führte zu einer Überhitzung und Beschädigung der Motorwicklungen sowie zu einer Verkürzung der Lebensdauer der Akkumulatoren.
- Erste Konzeption: MERAWEX entwickelte ein fortschrittliches, universelles 230-V-AC-Puffer-Netzteil mit einem erweiterten Ausgangsbereich und einer vollständigen Einstellung der Zeiten. Diese Lösung erwies sich bei der Konfiguration vor Ort als zu komplex und kostspielig. Zudem führte das ständige Anliegen einer Spannung von 230 V AC am Ausgang zu Bedenken bei den Einsatzkräften während der Löscharbeiten.
- Weiterentwicklung zur BM-Version: Als Reaktion auf diese Rückmeldungen optimierten die Ingenieure von MERAWEX die Konstruktion. Es entstand das Modell ZUP-230V-BM – ein vereinfachtes, kosten- und funktionsoptimiertes Netzteil, das speziell für die Versorgung von Brandschutztoren ausgelegt ist.
Funktionslogik und Brandschutzsequenz
Bei vorhandener Netzversorgung versorgt das Gerät die Verbraucher direkt aus dem Stromnetz und überwacht den Ladevorgang der Akkumulatoren unter der Kontrolle eines Mikroprozessorcontrollers. Beim Ausfall der Netzspannung oder bei Aktivierung des PWP führt das Netzteil eine genau programmierte Ablaufsequenz aus.
Ablauf der Funktion des Netzteils
Umschaltverzögerung (SETTINGS-Schalter – Schiebeschalter Nr. 2)
Es ist möglich, eine sofortige Umschaltung (25 ms) oder eine Verzögerung von 2 s einzustellen. Die Einführung einer zweisekündigen Verzögerung verhindert das Einfrieren der Prozessoren in den Torsteuerungen bei kurzzeitigen, instabilen Schwankungen der Netzspannung. Die vollständige Abschaltung der Stromversorgung vor dem Start des Wechselrichters gewährleistet einen ordnungsgemäßen Neustart der Steuerung.
Phase 1 (Betrieb nach Netzausfall)
Nach dem Umschalten auf Batteriebetrieb hält das Netzteil die Spannung von 230 V AC für die Zeit TS (werkseitig 9 Minuten) aufrecht. Dies ermöglicht gegebenenfalls das Schließen oder Öffnen der Tore im normalen Betriebsmodus. Wenn in dieser Zeit kein Brandsignal eintrifft, wird der Wechselrichter abgeschaltet und das Netzteil wechselt in den Überwachungszustand. Dieser Zustand kann bis zu 72 Stunden aufrechterhalten werden.
Phase 2 (Brandfallauslösung)
Das Alarmsignal der Brandmelderzentrale (BMZ) wird an den überwachten, parametrierten CIE-Eingang übertragen. Die erforderliche Signaldauer beträgt mehr als 2 Sekunden. Dadurch wird das Risiko von Fehlalarmen, die beispielsweise durch elektromagnetische Störungen verursacht werden, eliminiert. Nach der Überprüfung des Signals wird der Alarm dauerhaft im Speicher der Steuerung verriegelt. Dadurch wird sichergestellt, dass der Öffnungsvorgang des Tors auch bei einer Beschädigung des Signalkabels von der BMZ abgeschlossen wird.
Weiterleitung des Alarms an die Torsteuerung (SETTINGS-Schalter – Schiebeschalter Nr. 7)
Der Brandschutzausgang CSO überträgt das Steuersignal an den Torantrieb (oder den RWA-Eingang). Mit dem Schiebeschalter Nr. 7 kann dieses Signal um 2 s oder 12 s verzögert werden. Die Verzögerung von 12 Sekunden ist für Torsteuerungen vorgesehen, die nach einem plötzlichen Start Zeit für die Initialisierung des Systems und das korrekte Auslesen der Endschalterzustände benötigen. Nach dem Öffnen des Tors und Ablauf der Alarmzeit TA (werkseitig 9 Minuten) wird die Spannung am Ausgang 230 V AC unbedingt abgeschaltet, wodurch das Risiko eines Stromschlags für die Feuerwehrkräfte während der Löscharbeiten minimiert wird.
Technischer Vergleich: BMZ-Modus und USV-Modus
Das Netzteil ist mit einem Konfigurationsschalter SETTINGS (Schiebeschalter Nr. 1) ausgestattet, der die Betriebslogik des Geräts bestimmt. Die Auswahl der Position ON aktiviert den zertifizierten Brandfallmodus BMZ, während die Position OFF das Gerät in den Modus einer universellen unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) umschaltet.
| Merkmal / Funktion | Brandfallmodus BMZ (Schiebeschalter 1 = ON) | Industriemodus USV (Schiebeschalter 1 = OFF) |
| Bauzertifizierung | Vollständige Konformität mit EN 54-4 und EN 12101-10 (CNBOP) | Keine CNBOP-Zertifizierung für diese Konfiguration. |
| Betrieb des Wechselrichters nach Netzausfall | Zeitlich begrenzt (werkseitig 9 Minuten), danach Übergang in den Überwachungszustand | Dauerbetrieb – bis zur Tiefentladung der Akkumulatoren |
| Maximale Überwachungszeit | Bis zu 72 Stunden (dank des Energiesparalgorithmus) | Direkt abhängig von der Akkukapazität und dem konstanten Laststrom |
| Steuereingang CIE | Aktiv. Überwachter Eingang des Brandmeldesystems (erfordert Parametrierwiderstände) | Inaktiv |
| Steuereingang DO (Door Open) | Fungiert als lokaler, vorrangiger Taster zur Öffnung des Tors im Brandfall | Fungiert als Fernsteuerungseingang zum Ein- und Ausschalten des Wechselrichters |
| Sicherheitsabschaltung EPO | Nicht zulässig. Brandschutzvorschriften verbieten die unbeabsichtigte Abschaltung von Sicherheitssystemen | Aktiv. Ermöglicht die Notabschaltung des Netzteilausgangs aus der Ferne |
| Funktion des CSO-Ausgangs | Physisches Signal zur Auslösung der Toröffnung, das an die Torsteuerung übertragen wird | Signalisierung eines niedrigen Batterieladezustands (U_BAT < U_LO) |
Energiesparfunktion des Wechselrichters
Die meisten Brandschutzeinrichtungen, die mit 230 V AC versorgt werden (z. B. Torantriebe), bleiben im Überwachungszustand inaktiv und verbrauchen keine Leistung aus dem Netz. Eine dauerhafte Aufrechterhaltung der Spannung am Wechselrichterausgang während eines längeren Ausfalls der Netzversorgung würde zu einem unnötigen Energieverlust der Akkumulatoren führen.
Dank der Energiesparfunktion schaltet die Mikroprozessorsteuerung des ZUP-230V-BM nach Ablauf der Zeit TS (9 Minuten) ab dem Netzausfall den Wechselrichterausgang vollständig ab. Der aus den Akkumulatoren für den Eigenbedarf des Netzteils entnommene Strom sinkt dabei von 0,59–1,44 A (je nach Modellleistung) auf lediglich 39 mA. Der Wechselrichter wird automatisch aktiviert und liefert die volle Spannung von 230 V AC ausschließlich beim Empfang eines Brandsignals von der BMZ-Schleife (CIE-Eingang) oder bei einer manuellen Auslösung (DO-Eingang). Diese Lösung ermöglicht die Erfüllung der normativen Anforderung einer Bereitschaftszeit von 72 Stunden bei gleichzeitiger Verwendung optimal dimensionierter Akkumulatorkapazitäten.
Parametrierung der Überbrückungszeiten
Die werkseitigen Einstellungen der Wechselrichterbetriebszeiten betragen 9 Minuten (sowohl für die Netzausfallzeit TS als auch für die Alarmzeit TA). Diese Werte werden bereits während der Produktion entsprechend den Anforderungen der Projektspezifikation des Objekts programmiert. Einstellbereiche der Parameter in der werkseitigen Konfiguration:
- TS (Wechselrichterbetriebszeit nach Netzausfall): von 1 Sekunde bis 180 Minuten
- TA (Wechselrichterbetriebszeit im Brandalarmmodus): von 3 Minuten bis 60 Minuten
Hinweis: Der Installateur kann die Zeiten TA und TS vor Ort nicht selbst über die Konfigurationsschalter ändern. Abweichungen von den standardmäßigen 9 Minuten müssen bei der Auftragserteilung angegeben werden.
Zusammenfassung
Das Brandschutz-Puffer-Netzteil ZUP-230V-BM ist ein spezialisiertes Gerät, das die Nachteile herkömmlicher USV-Anlagen in Entrauchungssystemen beseitigt. Durch die Erzeugung einer reinen Sinusspannung schützt es die Motoren der Torantriebe vor Schäden, während die fortschrittliche Mikroprozessorsteuerung mit Wechselrichter-Abschaltfunktion eine lange Überwachungszeit im Brandfall gewährleistet. Die vollständige CNBOP-Zertifizierung bestätigt, dass das Gerät ein zuverlässiges und mit dem polnischen Baurecht konformes Element technischer Sicherheitssysteme darstellt.
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